CDU im Kreis Wesel trauert um Dr. Hans-Georg Schmitz

28.08.2018

Die CDU im Kreis Wesel hat einen ihrer profiliertesten Köpfe verloren: Dr. Hans-Georg Schmitz starb am 07. August nach kurzer Krankheit plötzlich im Alter von 77 Jahren. Seit 1963 gehörte er zur CDU. Fast 40 Jahre lang war er Mitglied der Kreistagsfraktion, 30 Jahre lang trug er als deren Vorsitzender Verantwortung für viele weit reichende, zukunftsweisende Entscheidungen. „Dr. Schmitz gehörte einer Politikergeneration an, von der es nicht mehr allzu viele Vertreter gibt“, würdigt Frank Berger als Nachfolger an der Fraktionsspitze seine Arbeit: „Er war ein Vollblutpolitiker im Ehrenamt – ein politischer Patriarch im besten Sinne. Er war eine Integrationsfigur und brachte Dinge zusammen, die erst nicht zusammenzupassen schienen. Er holte Politik in den Mittelpunkt der Gesellschaft  indem er den Sommertreff der Kreistagsfraktion begründete und damit Verbände, Vereine und Entscheider einband“.
Dr. Schmitz hütete seine große politische Erfahrung nicht als Herrschaftswissen sondern gab sie weiter an die nächste Politikergeneration und bewahrte sie so für die Zukunft. Sascha van Beek, junger Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes in seinem Heimatort Alpen: „Hans-Georg war bis zuletzt politisch sehr interessiert und auf der Höhe der Aktualität. Wann immer wir ihn ansprachen, hat er uns mit seinem Rat zur Seite gestanden“.
„Kraft und Ausdauer sowie das christliche Menschenbild sind die Attribute, die seine Politik bestimmt haben“, beschreibt Marie-Luise Fasse, Ehrenvorsitzende des CDU-Kreisverbandes Wesel und wohl längste politische Weggefährtin von Dr. Hans-Georg Schmitz. Er habe bei politischen Ringkämpfen bewiesen: „Der schwierige Weg ist oft der ehrlichere“. Konfrontationen habe Dr. Schmitz nie gescheut, dabei aber stets das Wohl der Bürger im Blick behalten und im Sinne der Sache Mehrheiten identifiziert, um das Bestmögliche umzusetzen. Bei innerparteilichen Debatten habe er die Fähigkeit zum kritischen Diskurs behalten so dass sich oft Wege eröffneten, die zuvor nicht möglich schienen.
Auch Sabine Weiss als CDU-Kreisvorsitzende würdigt Dr. Schmitz als einen „durch und durch politischen Menschen. Klug, besonnen, aber auch hart und hartnäckig in der Sache. Für die Werte unserer Partei hat er sich immer zu hundertprozentig eingesetzt. Wir werden ihn, seine Tatkraft und seinen klugen Rat schmerzlich vermissen und den Menschen nie vergessen“, unterstreicht die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin.
Zu seinen Stärken zählte es, andere Standpunkte anzuerkennen, ohne die eigenen aufgeben zu müssen. Genauso wie der permanente Versuch, in der Politik Mehrheiten zusammenzubekommen. Sein Wirken fand starke Resonanz und war von Erfolg gekrönt: In den letzten drei Wahlperioden führte Dr. Schmitz die größte Fraktion im Kreistag, die CDU im Kreis fand zu einer zuvor so nie gekannten Stärke. Dem besonnenen Strategen gelang es, im vermeintlich rot gefärbten Kreis Wesel am Ende doch viele Ziele seiner CDU zu erreichen. Dr. Schmitz und die Seinen fanden fast immer die nötigen Partner für eine Mehrheit. Zunächst die Liberalen, später auch die Grünen. So wurden zukunftsweisende Beschlüsse gefasst – beispielsweise der Verkauf von Anteilen an der NIAG, durch den das Unternehmen zu einer soliden wirtschaftlichen Basis fand; die Gründung der Kreis Weseler Abfallgesellschaft. Das Zustandekommen des Hafenverbundes Deltaport. Oder der Verkauf von Aktien des Energieversorgers RWE zur Konsolidierung der Finanzen des Kreises.
Dr. Schmitz gehörte 1975 zu den dessen ersten Abgeordneten nach der kommunalen Neuordnung der früheren Kreise Dinslaken, Moers und Rees. In seiner Partei galt er als „das Gesicht der CDU im Kreis Wesel“ – und formte auch in seinem Heimatort Alpen die Union. Nach der Neuordnung sorgte er dafür, dass alle vier Ortsteile in die Parteiführung eingebunden blieben. „Das war die Basis für den Erfolg, den die CDU bis heute in unserer Gemeinde hat“, so Fraktionsvorsitzender Günter Helbig. Nicht von ungefähr machten die Alpener „den Doktor“ einstimmig zum Ehrenmitglied ihres Verbandes, in den er sich bis zuletzt einbrachte und für die Rettung der Sekundarschule engagierte.
Und doch wäre es zu kurz gegriffen, Dr. Hans-Georg Schmitz „nur“ als „homo politicus“, als Menschen der Politik zu beschreiben. Der ehemalige Oberstudiendirektor und langjährige Leiter des Friedrich-Spee-Gymnasiums in Geldern war vielseitig interessiert, belesen und wohl in jedem Wissensgebiet zuhause. Er war in der Katholischen Kirchengemeinde engagiert. Ins Kulturleben eingebunden, beispielsweise an der Spitze des Musik- und Literaturkreises Alpen sowie in der Europäischen Begegnungsstätte Kloster Kamp. Apropos Europa: Geprägt von der Erkenntnis, dass der Kreis Wesel im Herzen Europas liegt, verfolgte Dr. Schmitz auch das Geschehen jenseits der Grenzen – und in der Region: In der Landschaftsversammlung, im Regionalrat und einer Vielzahl anderer Gremien verschaffte er den Interessen der Menschen im Kreis Wesel Gehör.
Kraft und Halt fand Dr. Hans-Georg Schmitz in seiner Familie bei seiner Frau, den beiden Töchter und vier Enkeln. Dr. Schmitz wertschätzte die Zeit sehr, die er im Ruhestand für sie gewonnen hatte. Und er freute sich über die Dinge, die bislang zu kurz gekommen waren: lesen, Musik hören, selber spielen (Klavier und Orgel) sowie reisen.

Dr. Hans-Georg Schmitz wurde am 13. August unter großer Beteiligung von politischen Freunden und Weggefährten zu Grabe getragen. Die CDU im Kreis Wesel verneigt sich vor seinem Lebenswerk und wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.