70. Kreisparteitag – kurzweilig und interessant

„Ihr seid Spitze!“ Ihr – die Christdemokraten zwischen Hamminkeln und Moers, zwischen Schermbeck und Sonsbeck. Dieses große Kompliment machte Sabine Weiss, Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes und Bundestagsabgeordnete für den Kreis Wesel, ihren Parteifreunden aus gutem Grund: „Wir haben fast alles erreicht, was wir erreichen wollten“, so Weiss in ihrem Jahresbericht beim 70. Kreisparteitag in der Niederrheinhalle Wesel. Die Ziele und Ansprüche, die sich die Christdemokraten im Kreis vor einem Jahr gesetzt hatten, wurden größtenteils erfüllt. Das Fundament für diese Erfolge sei klar erkennbar: „Es gibt kein Störfeuer aus den eigenen Reihen, sondern Einigkeit innerhalb der Partei. Das ist nicht selbstverständlich“, so Sabine Weiss. „Aber wir im Kreis Wesel haben erneut bewiesen, dass wir eine CDU-Familie sind, die – wenn es darauf ankommt – geschlossen und vereint zusammensteht“.

Herausforderungen habe die Union tatkräftig angenommen und erfolgreich gemeistert, beschreibt Sabine Weiss und nennt vier Eckpunkte: „Armin Laschet ist unser neuer und bisher sehr erfolgreicher Ministerpräsident. Rot-Grün ist abgewählt. Damit hat nun endlich die Politik des Versagens auf ganzer Linie unter Frau Kraft ein Ende gefunden. Charlotte Quik konnte – auch dank ihres engagierten Wahlkampfes – ihren Wahlkreis direkt holen. Damit ist ihr Wahlkreis und darüber hinaus der ganze Kreis nun bestens in Düsseldorf vertreten“. Dass Simone-Tatjana Stehr, Ingo Brohl und Rainer Groß trotz sehr guter, innovativer und sehr engagierter Wahlkampfstrategien, großem Einsatz und hochmotivierter Wahlkämpfer den Einzug ins Düsseldorfer Parlament verpassten, sei bedauerlich. „Es ist sehr schade, dass der neue Landtag auf Euch verzichten muss“, betonte die Kreisvorsitzende.

Die Bundestagswahl war für den Kreis Wesel aus CDU-Sicht sehr erfolgreich. Alle drei Wahlkreise werden durch die CDU mit Sitz und Stimme im neuen Berliner Parlament vertreten sein. Kerstin Radomski hat ihren Wahlkreis Moers, Neukirchen-Vluyn und Krefeld direkt gewonnen und damit eine jahrelange SPD-Bastion gestürzt. Sie selbst, beschrieb Sabine Weiss, konnte ihren Wahlkreis 113 (Wesel I) mit noch deutlicherem Vorsprung wieder direkt holen – bereits zum dritten Mal, erinnerte die Kreisvorsitzende und machte augenzwinkernd einen Exkurs in die Sportwelt: „Dort heißt es, wer einen Pokal zum dritten Mal gewonnen hat, darf ihn behalten. Und zwar für immer“. Zurück zur Bundestagswahl: Mit Marie-Luise Dött, die über die Liste als  CDU-Kandidatin für den Wahlkreis 117 (Dinslaken/Oberhausen) in den Bundestag zieht, wurde die dreifache CDU-Frauenpower für den Kreis Wesel komplett.

In den kommenden Monaten werde die Union konsequent das Wahlergebnis aufarbeiten. Dazu gehöre auch, das Vertrauen der Wähler, die aus Frust oder Sorge die AfD gewählt haben, zurückzugewinnen. Gemeinsam mit der CSU nehme die CDU die Verantwortung an, eine stabile Regierung zum Wohle unseres Landes zu bilden. Im Gegensatz zur SPD, die sich „mit ihrem Bekenntnis, in die Opposition gehen zu wollen, feige aus ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung gestohlen hat“, kritisierte Sabine Weiss deutlich. Die  Verhandlungen zu einer Jamaika-Koalition würden nicht einfach werden, aber sie sei zuversichtlich, dass „wir einer möglichen Jamaika-Koalition einen christdemokratischen Stempel aufdrücken können“.

In ihrem anschließenden Bericht aus der Landtagsarbeit zeigte Charlotte Quik, im Mai ins Düsseldorfer Parlament gewählt, beim Kreisparteitag großes Verständnis dafür, dass die Parteibasis dort schnellstmöglich die Handschrift der neuen Regierung sehen möchte. Aber „wir können keine Wunder bewirken“, so Quik, „rot-grün hat so viel vor die Wand gefahren dass eine gewisse Geduld gebraucht wird, um das Erforderliche durchzusetzen“. Aber „wir sind für fünf Jahre gewählt und Sie können gewiss sein, dass es sich in unserem Land zum Besseren verändert“.